Initiative GeldKarte - Gemeinsam für den Chip im Alltag
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28.03.2006

Die Chipkarte der Banken und Sparkassen: kostensparend, sicher, zukunftsweisend

Die Jahresveranstaltung der Initiative GeldKarte e.V. in Berlin macht deutlich: Der GeldKarte-Chip ist mehr als nur Bargeld-Ersatz

Der kleine goldene Chip der Banken und Sparkassen erobert langsam, aber sicher seinen festen Platz im Bezahl-Portfolio der Konsumenten. Ausgereifte Technik ermöglicht zudem zukunftssichere Anwendungen, die das Leistungsspektrum der GeldKarte in den Bereichen Jugendschutz am Automaten und im Internet sowie beim elektronischen Ticket deutlich erweitern. Auch die Akzeptanz und die Nutzung der GeldKarte in der Bevölkerung steigen weiter an. Die Anzahl der Ladetransaktionen der "elektronischen Geldbörse" lag im Jahr 2005 bei 4,5 Millionen; im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von mehr als sieben Prozent.

Die erste Jahresveranstaltung der Initiative GeldKarte e.V., die am 23. April  in Berlin stattfand, stand unter dem Motto "Die Chipkarte der Banken und Sparkassen: kostensparend, sicher, zukunftsweisend". Förderer, Partner, Mitglieder und Experten aus Wirtschaft und Politik trafen sich zum Austausch. "Besonders das Internet ist ein Wachstumsmarkt, in dem die GeldKarte in den Bereichen Online-Jugendschutz und Micropayment in Zukunft ihre Bedeutung weiter ausbauen wird", prognostiziert Volker Koppe, Vorstandsvorsitzender der Initiative GeldKarte e.V. "Bei den rund 35 Millionen Musikdownloads in Deutschland pro Jahr müssen zur Zeit 20 Prozent des Umsatzes für die Bezahlsysteme aufgewendet werden. Mit der GeldKarte ist eine Senkung auf unter zehn Prozent möglich – das ist ein Einsparpotenzial von rund 5,6 Millionen Euro jährlich."

Kriegserklärung an das Bargeld
Drastische Maßnahmen hält Leo van Hove für nötig, um die Akzeptanz des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu erhöhen. Der Professor für Monetäre Ökonomie, Internet-Ökonomie und Electronic Commerce an der Vrije Universiteit Brüssel stellte seine Studie über die belgische Proton-Karte vor, die der deutschen GeldKarte weitgehend entspricht. Danach schätzen Nutzer wie Nichtnutzer die Proton-Karte als bequem, modern, billig, einfach und schnell ein. Trotzdem hält die Mehrheit der Befragten elektronische Zahlungsmöglichkeiten für teurer als Bargeld, was eine verzerrte Wahrnehmung ist. Denn tatsächlich sind die gesellschaftlichen Kosten des Bargeld-Handlings deutlich höher als die elektronischer Bezahlsysteme. In Belgien belaufen sich die Bargeld-Kosten auf 0,48 Prozent und in den Niederlanden 0,58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und stehen damit für drei Viertel der gesamten Kosten für die Bezahlabwicklung. In den Niederlanden entspricht dies einer Belastung von ca. 300,- Euro pro Familie pro Jahr! Aus diesem Grunde müsse nach Aussagen des Experten der Gebrauch elektronischer Geldbörsen weiter forciert werden. Um Konsumenten und Händler stärker für den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu interessieren, fordert er daher, den Gebrauch von Bargeld zu verteuern.
 
Jugendschutz am Zigarettenautomaten
Vorreiter im Bereich „Jugendschutz per GeldKarte“ ist der Tabakwaren-Großhandel, betonte Carsten Zenner, Geschäftsführer beim Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenhersteller e.V. und neues Vorstandsmitglied der Initiative GeldKarte e.V.. Die Novellierung des Jugendschutzgesetzes verpflichtet die Aufsteller von Zigarettenautomaten ab 1. Januar 2007 alle Zigarettenautomaten für Jugendliche unter 16 Jahren unzugänglich zu machen. Als Lösung entschied sich die Branche für den Chip auf der ec- oder Kundenkarte der Banken und Sparkassen. Die Entscheidung für die GeldKarte als kombiniertes Bezahl- und Jugendschutzmedium wurde von mehreren Studien namhafter Unternehmen, unter anderem von Roland Berger und dem TÜV Rheinland, bestätigt. Alle Zigarettenautomaten werden nun mit der entsprechenden Lesevorrichtung für die GeldKarte versehen. Nur wer die Karte in das Lesegerät des Automaten einführt und damit eine Alterslegitimation durchführt, wird ab 2007 einen Kaufvorgang auslösen können. Die Zigarettenautomaten in Deutschland werden damit ab dem kommenden Jahr jugendsichere Tabakwaren-Abgabestellen. Zum Ende des Jahres 2005 verfügten nach Angaben des BDTA bereits 340.000 Zigarettenautomaten über die Bezahlmöglichkeit per GeldKarte, allerdings ist die Erkennung des Jugendschutzmerkmals noch nicht aktiviert. Bis zum Ende des Jahres 2006 rechnet der Verband mit etwa 500.000 umgerüsteten Automaten. Die Umstellung soll zum Jahresende mit einer breit angelegten Kampagne unter dem Motto "Karte rein – Packung raus" kommuniziert werden.

Neue Potenziale der GeldKarte
Den Kauf von Tickets über das Internet, die direkt auf den goldenen Chip gespeichert werden, erläuterte Andrea Baun, Leiterin Vertrieb & Marketing bei S-CARD Service GmbH. Ein Vorteil für Kurzentschlossene, die ihr Ticket so bereits vor ihrer Ankunft bei der Veranstaltung sicher haben und sich nicht noch an der Kasse anstellen müssen, um ihre Reservierung in echte Tickets umzutauschen. Die Ticketdaten können natürlich zusätzlich zu Hause oder an einem Terminal am Veranstaltungsort ausgedruckt werden. Der Einlass erfolgt durch Personal mit tragbaren Kartenlesern oder mittels eines Drehkreuzes mit Chipkartenleser. Den Praxistest hat die GeldKarte bereits beim Reitturnier CHIO in Aachen 2005 bestanden. 14.500 Dauerkarteninhaber konnten dank eTicketing auf Basis der GeldKarte auf Papiertickets verzichten.
 
Hintergründe und zukünftige Entwicklungen der universellen Chipkarten-Plattform der deutschen Kreditwirtschaft SECCOS (Secure Chip Card Operating System) erläuterte Dr. Thomas Denny, Abteilungsleiter für Zahlungen über offene Netze und chipkartenbasierte Systeme bei SRC Security Research & Consulting GmbH. Die Weiterentwicklung von SECCOS besteht unter anderem in der Integration neuer Anforderungen und EMV-Anwendungen, so dass eine gemeinsame Chip-Architektur für die digitale Signatur, im Öffentlichen Personen Nahverkehr (kontaktloses Ticketing) und im Gesundheitswesen eingesetzt und erhebliche Kosteneinsparungspotenziale realisiert werden könnten.
 
Weitere zukunftsweisende Anwendungen der GeldKarte im Online-Bereich stellte Johannes Feulner, Geschäftsführer fun communications GmbH vor: Payment, Altersverifikation und Authentisierung mit Hilfe eines Chipkartenlesers. Besonders bei der Altersverifikation bei Erotik-Inhalten im Internet ist die GeldKarte auf dem Vormarsch. Im Rahmen des Altersverifikationsmoduls "fun SmartPay AVS" erfüllt die GeldKarte die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Sie ist bereits jetzt bei über 130.000 Websites sowie bei führenden Portalen für die gesetzeskonforme Altersprüfung und zunehmend auch für die sichere und anonyme Bezahlung im Einsatz. Auch bei der Online Authentisierung bietet die GeldKarte eine enorme Erleichterung: Sie ist sicherer und bietet dem Nutzer den Vorteil sich keine Passwörter mehr merken zu müssen.
 
"Wir rechnen mit einem enormen Bedeutungszuwachs der GeldKarte", sagt Volker Koppe. "Beim Online-Jugendschutz wächst die Akzeptanz, und durch die vielfältigen Zusatzanwendungen wird der kleine goldene Chip immer attraktiver. Die Kampagne der Tabakwarenindustrie wird noch einen weiteren Schub bringen", blickt der Vorstandsvorsitzende der Initiative GeldKarte e.V. optimistisch in die Zukunft.

Vortragsraum über den Dächern Berlins.

Über die GeldKarte
Die GeldKarte ist eine "Geldbörse" in Chipform, die von der deutschen Kreditwirtschaft gemeinschaftlich getragen wird. Der Chip kann am Geldautomaten oder an speziellen Ladeterminals mit bis zu 200 EUR aufgeladen werden. Die GeldKarte dient damit vorrangig als Kleingeldersatz. Bezahlt werden kann unter anderem an Parkscheinautomaten, im Öffentlichen Personennahverkehr, an Zigarettenautomaten und im ausgewählten Einzelhandel. Die GeldKarte-Funktion erhält der Kunde i. d. R. mit der ec- oder Kundenkarte seiner Bank bzw. Sparkasse. Derzeit sind in Deutschland über 64 Millionen GeldKarten (70 Prozent aller ec- und Kundenkarten) im Umlauf, die an rund 300.000 Akzeptanzstellen zum Einsatz kommen. Der Karteninhaber bleibt bei sämtlichen Bezahlvorgängen anonym. Für den Akzeptanzpartner ist die Zahlung per GeldKarte garantiert und damit gleichbedeutend mit einer Barzahlung. Über Zusatzfunktionen des Chips wie den Jugendschutz am Zigarettenautomaten und im Internet, den Elektronischen Fahrschein, die Verwaltung von Bonuspunkten oder die Digitale Signatur wird die GeldKarte ihre führende Position als Bezahlsystem für Kleinbeträge in der physischen Welt sowie im Internet in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

Über die Initiative GeldKarte e.V.
Die 2005 gegründete "Initiative GeldKarte e.V." mit Sitz in Berlin versteht sich als Netzwerk aller, die die GeldKarte akzeptieren oder die entsprechende Infrastruktur bereitstellen. Sie bündelt ihre Interessen und unterstützt aktiv das Eigenengagement. Die Initiative ist darüber hinaus die zentrale Schaltstelle, an der alle Informationen und Neuigkeiten rund um die Chipkarte der deutschen Kreditwirtschaft zusammenfließen. Stellvertretend für ihre Mitglieder recherchiert die Initiative nach neuen Einsatzmöglichkeiten, spricht Politik, Institutionen und neue Akzeptanzpartner an und koordiniert Pilotprojekte für neue Anwendungsgebiete (Bonusprogramme, Jugendschutz, eTickets etc.).

Kontakt
Initiative GeldKarte e.V.
Dr. Matthias Wilke
Tel.: 0 30 - 21 23 42 2-22
Fax: 0 30 - 21 23 42 2-99
eMail: matthias.wilke@initiative-geldkarte.de

Initiative GeldKarte e.V.
c/o PRGS
Nicole Beck
Tel: 0 30 - 21 23 42 2-12
Fax: 0 30 - 21 23 42 2-99
eMail: nicole.beck@initiative-geldkarte.de

Sollten Sie Fragen zu einzelnen Vorträgen bzw. Inhalten haben, können Sie sich gerne an die Intiative GeldKarte e.V. wenden.

Volker Koppe

Leo van Hove

Carsten Zenner

Andrea Baun

Dr. Thomas Denny

Johannes Feulner

Anregende Diskussionen in der Kaffeepause.
Anregende Diskussionen in der Kaffeepause.

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