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02.08.2006

Fraunhofer-Institut empfiehlt Chip-Banking

Nur vier von 20 getesteten Banken bieten ihren Kunden beim Online-Banking "gute" Sicherheitsstandards. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsmagazins 'Capital', die das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie durchgeführt hat.

Die Darmstädter Wissenschaftler untersuchten im Auftrag von 'Capital' Technik und Informationsqualität der Bank-Websites. Mit der Schulnote "gut" zeichnete Fraunhofer das Online-Banking der Deutschen Bank mit 25 von maximal 31 erreichbaren Punkten aus. Das Online-Angebot der Postbank erhielt 24 Punkte, das der Commerzbank 23 Punkte und der Berliner Volksbank 22 Punkte und wurden ebenfalls mit "gut" bewertet. Ein "sehr gut" erreichte kein einziges Internet-Banking-Angebot.

Insgesamt ist das Ergebnis der Untersuchung des Fraunhofer Instituts laut 'Capital' ernüchternd: 40 Prozent der getesteten Web-Angebote erreichten nicht einmal die Hälfte der möglichen Punktzahl. Cortal Consors (9,5 Punkte), SEB (9,5 Punkte) und die Volkswagen Bank (6,5 Punkte) kamen auf weniger als ein Drittel der möglichen Punktzahl und erhielten nach der Fraunhofer-Wertung somit ein "mangelhaft". "Viele Institute lassen ihre Kunden mit den Gefahren allein", konstatiert Testleiter Sven Türpe vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie. "Die Kostenersparnis, die Geldhäuser dank Online-Banking erzielen, wird nicht vorrangig in neueste Technik investiert."

Besonders kritisch sieht Türpe das klassische Pin/Tan Verfahren, bei dem sich der Kunde mit einer Identifikationsnummer (Pin) und einer variablen Transaktionsnummer (Tan) auf der Internet-Seite der Bank identifiziert. Diese Methode bewertet er als "leicht angreifbar durch Phishing oder Trojaner".

Auch das neue Verfahren "Giropay" wurde kritisch gesehen: Institute, die dieses Verfahren anbieten, erhielten zwei Punkte Abzug. User, die über dieses System ihre Rechnungen für Internet-Einkäufe begleichen wollen, werden automatisch von der Website des Händlers auf die der Bank umgeleitet. "Eine großzügige Einladung zum Fälschen von Internet-Seiten und damit zur Betrügerei unwissender Kunden", kommentiert Türpe.

Den höchsten Sicherheitsstandard bietet nach Aussagen der Tester das HBCI-Verfahren, bei dem sich der Bankkunde mit Hilfe des GeldKarte-Chips auf seiner ec-Karte oder einer separaten Homebanking-Karte gegenüber den Banksystemen identifiziert. Da hierfür mit dem Chipkarten-Terminal ein eigenes Stück Hardware erforderlich ist, gab es jedoch keine Extra-Bonuspunkte für die Institute, die dieses Verfahren schon einsetzen. Ideal, so Sven Türpe, sei eine freie Wahl zwischen den sichersten Verfahren HBCI, mTan und eTan.

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